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Kill them All |
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10 Jahre KTA |
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| die ärzte über Bootlegs, MP3s und KTA |
Dass die ärzte diese Seite nicht ganz schlecht finden, zeigt sich schon dadurch, dass sie uns einen Server für die Livebootlegs zur Verfügung stellen. Was sie sonst noch so zum Thema sagen, kann man hier nachlesen.
Die Band ließ es sich allerdings auch nicht nehmen, deutlich zu machen, wofür Kill-Them-All genau gedacht ist und wofür nicht.
Hierzu Rod am 06. Juli 2008 bei uns im Forum:
Wir tolerieren keine Mitschnitte unserer Konzerte,weder Audio noch Video!
Wir unterstützen KTA nur um den kommerziellen Bootleggern eins auszuwischen, was nicht bedeuten soll das wir es billigen oder gar unterstützen das von unseren Konzerten Mitschnitte jeglicher Art gemacht werden!
KTA wurde schon mehrfach auf DÄ-Veröffentlichungen beworben.
Gleich zu Anfang, 2000, noch eher unfreiwillig und rückwirkend: Das KTA-Logo ist nämlich rotzfrech von der "Wie es geht"-Maxi geklaut.
In jüngerer Zeit wurde dann höchstoffiziell auf der vorletzten Seite des Booklets von "Jazz ist anders" auf unsere Domain hingewiesen.
Vielen Dank für diese Werbung. ;)
Farin Urlaub im bademeister.com Gästebuch vom 2. November um 13:44:41:
Zuletzt noch ein Aufruf in quasi eigener Sache: es gibt eine offenbar recht neue, grandiose WEBSITE (evtl. schon unter Fanlink vernetzt; sonst über den WEBRING zu finden),
in der ALLE Bootlegs zum gratis runterladen liegen! Hut ab, das ist grandios!!! Also nicht für teures Geld auf Plattenbörsen danach jagen; einfach runterladen und weitersagen...
KILL 'EM ALL!
Auszug aus einem Interview in der Sendung "Soundgarten" auf Radio Fritz vom 4.12.1996
Farin: Grundsätzlich gilt: Livebootlegs sind ganz okay, Leute die irgendwie versuchen, Remixe zu machen oder irgendwelche Studioaufnahmen zusammenschneiden und sagen "das sind jetzt neue Sachen" und es sind halt keine neuen Sachen, sowas finden wir halt ganz furchtbar und wenn ich so einen erwische, dann nenn ich ihn "Du alter Sack".
Bela: Ja, es gibt da halt tatsächlich Unterschiede; wenn jemand ein Livekonzert von uns aufnimmt..
Farin: ..unter Einsatz seines Lebens wohlgemerkt.. (lacht)
Bela: ..richtig, das ehrt uns natürlich, aber wenn jemand da zu Hause irgendwas zusammenschustert -jeder hat ja inzwischen ne Achtspuranlage zu Hause- und unter Vorspiegelung falscher Tatsachen, in vielen Plattengeschäften werden die Dinger nämlich als authorisiert ausgegeben, dann verkauft, det finden wir nicht so toll, det finden wir sogar richtig übel.
Falter 39/03 Interview mit FU vom 24.09.2003
Anstatt gegen Live-Bootlegs vorzugehen, bieten Die Ärzte Konzertmitschnitte auf der offiziellen Homepage zum kostenlosen Download an. Warum das?
Farin: Die Idee kam von unseren Fans, weil ihnen die Bootlegs zu teuer waren. Als ihnen der Webspace ausging, haben wir das eben auf unseren Server geholt. Im Unterschied zu anderen Bands ist bei uns ja jeder Auftritt ein einmaliges Ereignis, deshalb macht es auch Sinn, sich siebzig Konzerte herunterzusaugen. So gesehen ist es vor allem ein Kompliment an uns, dass sich so viele Leute sich die Mühe machen, Konzerte mitzuschneiden.
Tomorrow Online - Interview: Das denken die Ärzte über Napster und Co. (Original gibts hier)
Tomorrow: "Kill Them All" ist eure Antwort auf das Gejammer der Industrie über die kostenlosen Downloads aus dem Netz.
Farin Urlaub: Erinnerst du dich noch an das Motto "Hometaping Is Killing Music"? Nein? Das war auch nicht wahr. Von den Kopien auf Kassette ist die Musik nicht kaputt gegangen.
Tomorrow: Wie hast du in der Schulzeit Musik gehört?
Farin Urlaub: Einer hatte das Geld, um sich Platten zu kaufen. Dann hat er sie anderen auf Kassette überspielt.
Tomorrow: Ist davon die Musikindustrie bankrott gegangen?
Farin Urlaub: Im Gegenteil. Wenn man die Kassette oft genug hörte, kaufte man sich die Platte selbst. Dafür war Napster jetzt auch wunderbar.
Tomorrow: Warum haben Plattenfirmen dann Angst vor Downloads?
Rod Gonzalez: Das ist doch eine ganz bigotte Einstellung. Die Plattenfirmen haben etwas verpennt und geben es nicht zu.
Tomorrow: Wieso hat es die Industrie den Kids überlassen, ein Portal wie Napster zu erfinden, das kostenlose Downloads anbietet?
Rod Gonzalez: Die haben es einfach verpennt. Natürlich wissen die aber auch um den Werbeeffekt, den Napster oder Gnutella haben.
Tomorrow: Siehst du denn das Internet als Werbemedium für Musik?
Rod Gonzalez: Total. Wenn man keinen Bock mehr hat, das Radio einzuschalten, weil da nur Mist läuft, kann man ins Netz gehen. Dort hat man die Chance, die Musik zu hören, die man hören oder entdecken will.
Tomorrow: Sind MP3-Charts nicht viel bedeutender als Airplay-Charts?
Rod Gonzalez: Natürlich. Sie werden aber leider nicht erfasst. Im Gegensatz zu MP3-Charts sind die Airplay-Charts wirklich Peanuts. Millionen Menschen besuchen täglich Sites und laden sich von denen Songs runter. MP3-Charts würden ein wesentlich realistischeres Bild vom Geschmack der Leute widerspiegeln. Und man darf bei dem Gejammer der Industrie ja nicht vergessen, dass die Verkaufszahlen für Tonträger mittlerweile wieder nach oben gehen.
Tomorrow: Hat die CD durch das Netz nicht an Wert verloren?
Farin Urlaub: Das glaube ich nicht. Die Künstler, die sich wegen Napster Sorgen machen, sollten sich lieber Sorgen um ihre Musik machen. Wenn ihre Musik so austauschbar ist, dass es den Leuten reicht, sie nur als winziges Soundfile zu haben, dann haben sie nicht genug Kult, nicht genug Substanz. Wenn das Produkt, wie sie es gern nennen, gut gemacht ist, reicht dir nicht diese flache digitale Kopie. Dann willst du das Original haben. Kids, die mit der Spielekonsole aufgewachsen sind, sehen das vielleicht anders... Wir sind außerdem eh viel zu reich, also "Kill Them All" (lacht).
Tomorrow: Die Kids haben aber doch schon eine Menge bewirkt im Netz...
Rod Gonzalez: Ich ziehe meinen Hut vor den Hackern. Die zeigen denen, die für ihre angeblich todsicheren Codes Millionen und Milliarden investiert haben, dass sie für das Knacken von Codes nur eine halbe Stunde gebraucht haben. Das sind 14-, 15-Jährige. Das finde ich einfach toll, weil da noch die Anarchie herrscht.
Ausschnitte aus einem eMail-Interview von Susi S. für den Adventskalender 2000 auf ihrer und ærics Website!
Wie stehst Du zum Thema Bootlegs?
Farin: Live- Bootlegs: Ab dafür, sollten allerdings nicht mehr als 5,- DM kosten (reale Bootlegkosten; die zahlen ja nichtmal GEMA). Studiobootlegger sollte man an ihren EIERN AUFHÄNGEN. (bzw. an den Eierstöcken...) Gibt jetzt aber ne supergeile Website, auf der man alle Bootlegs umsonst runterladen kann.
Rod: Wie gesagt, Livebootlegs sind O.K., schlechte Bootlegs (wie zb. Planet Punk Remixes etc.) wo unsere Albumversionen fantasielos am PC neu geschnitten werden, sind der letzte Schrott und gegen diese gehen wir auch vor.
Was hältst Du von MP3? Bzw. ganz allgemein von Musikverbreitung via Internet?
Rod: Die einfachste und schnellste Methode Musik zu verbreiten ist natürlich das Internet. MP3 halte ich im Hobbybereich für eine gute Sache. Interessant wird es meiner Meinung nach, wenn es irgendwann möglich ist, durch geschickte Komprimierung auch grössere Datenmengen in Echtzeit darzustellen, wie zb. Videos oder Multitrack Audio, somit wären echte Online-recording Sessions möglich!
Ihr sagt, ihr habt nichts dagegen, wenn Fans Mitschnitte von Euch ins Internet stellen. Aber geht es nicht etwas zu weit, wenn eine Woche vor Veröffentlichung der Single alle unbedingt die B-Seiten runterladen wollen?
Farin: Was solls? Wir haben nichts zu verbergen; wenn sie jemand daraufhin nicht kauft, hats ihm wohl nicht gefallen... Andererseits finde ich es blöd, wenn fremde Leute mit unserer Kreativität hausieren gehen.
Rod: Mitschnitte sind zwar genau wie die CD-Bootlegs nicht legal, aber wir gehen nicht dagegen vor,weil es uns ehrt. Einfach unsere Albumsongs ins Netz zu stellen finde ich persönlich ziemlich einfallslos. klar,wenn MP3 den Sinn des Probehörens hat,dann ist das ok, wenn's allerdings dazu dient sich CDs davon zu brennen, finde ich das als Musiker der von verkauften Tonträgern lebt ziemlich Scheisse. Ich kann verstehen wenn Fans wissen wollen wie die B-Seiten klingen, aber die sollen sich die Singles auch kaufen, denn wenn wir irgendwann keine Singles mehr verkaufen, weil alle sich die Dinger übers Netz als MP3 besorgt haben, dann ist der moment gekommen wo wir keine Singles mit B-Seiten mehr produzieren können
Schätzungsweise würde man alle Alben, Maxis, etc. im Netz irgendwie irgendwo finden. Fühlt man sich da nicht irgendwie hintergangen?
Rod: Ich nutze Napster um mir bestimmte Singles oder Mixe anzuhören, an die ich im moment nicht komme. Wenn mir die sachen gefallen, gehe ich in den Plattenladen und kaufe mir die entsprechenden Platten. Ich glaube nicht das sich diese Bands/Künstler von mir hintergangen fühlen, schliesslich habe ich ihr MP3 als Hörprobe genutzt und mir ihren Tonträger gekauft. Genauso sehe ich das bei uns.
Interview mit Bela und Rod aus "Max" November 2000
Max: Das Cover der neuen Single "Wie es geht" sieht hingegen aus wie ein handbeschrifteter CD-Rohling. Ist das als Aufforderung zum selbstbrennen zu verstehen, zu einer Straftat also?
Bela: Als wir uns einem Jahr in Hamburg trafen, um das erste Mal über unser neues Album zu reden, war diese diese bigotte MP3-Diskussion tatsächlich überall in den Medien. Komischerweise berührte das Thema keinen von uns groß. Wir reden nämlich viel lieber über Sex, Fußball und Politik.
Rod: Natürlich sind auch wir davon betroffen, dass der so genannte Tonträgermarkt vor zweijahren eingebrochen ist. Auf der anderen Seiten waren wir die letzte deutsche Band, die vor dem Zusammenbruch mit "Männer sind Schweine" noch einen Riesenhit hatte. Wir sehen die heutige Situation ganz buddhistisch: dann verkauft man eben keine Platten mehr.
Max: Klingt ja ehrenwert. Vermutlich werden aber dennoch genügend Menschen das neue Album der Ärzte kaufen.
Bela: Trotzdem sind die Ärzte die meistgebootlegte Band Deutschlands. Wenn wir eine Tournee beginnen, dann vergehen keine Zehn Tage und wir müssen bereits CD-Mitschnitte vom Tourneestart signieren.
Interview mit Rod aus Spiegel Online vom 23. Oktober 2000
Spiegel: Sie kümmern sich um die Internetaktivitäten der Band. Wie sehen Sie die Entwicklungsmöglichkeiten für Musiker im Netz?
Rod: Das Internet ist das einzige Netzwerk, das von Zensur noch relativ unbelastet ist. Leider will man diese Freiheit jetzt nach und nach einschränken. Ein Sprecher der Phono-Industrie hat gerade erklärt, dass man den Providern Filter gegen MP3 und ähnliche Geschichten aufdrängen will. Wer aber bestimmt, wie diese Filter aussehen? Wer bestimmt, ob morgen nicht auch kommunistische oder schwule Inhalte gefiltert werden? Dabei ist das Internet eine riesige Chance für jeden, seine Inhalte rüberzubringen. Das ist auch gerade für uns als Band interessant, die kaum im Radio gespielt wird, wenn der Song nicht "Männer sind Schweine" heißt. Die Industrie sollte das Internet endlich als Austausch- und Infobörse ansehen und nicht nur als gigantischen Shopping-Channel.
Spiegel: Das Musikbusiness ist noch unschlüssig, wie es mit dem Internet umgehen soll.
Rod: Ja, total. Erst mal versuchen sie, Verbote wie gegen Napster auszusprechen. Das ist der typische Fall von "Wir haben keine Ahnung, aber wir müssen was dagegen tun". Die Industrie sollte erkennen, dass MP3 eine supergute Werbung für ihre Produkte sein kann. Am Beispiel der US-Band Korn kann man sehen, dass es auch eine Band schaffen kann, die durch MP3 erst richtig groß geworden ist. Die haben auf ihrer Website eigene Charts nach den Downloads ihrer Songs im Netz eingerichtet. Das hat den Plattenumsatz der Band enorm angekurbelt und führt die Argumente der Industrie ad absurdum.
Interview mit Farin aus "Der Tagesspiegel" vom 21.10.2000
Tagesspiegel: Sie haben eine Kampagne gestartet, die "Kill em all" heißt anstatt "Copy Kills Music" - die Initiative der Musikindustrie gegen das kostenlose Runterladen von Musik aus dem Internet.
Farin: Es ist doch so: Die Internet-Musiktauschbörse Napster ermöglicht mir den Zugriff auf die Plattensammlung eines Menschen irgendwo auf der Welt. Der hat vielleicht einen coolen Musikgeschmack. Das ist im Prinzip genau das Gleiche wie das, was früher auf dem Schulhof passiert ist: Da gab es den einen Typen, der hat Neue Deutsche Welle gehört, der andere dann Punk und der dritte ganz was anderes. Und dann haben die drei Kassetten ausgetauscht und wenn einem die Musik des anderen gefallen hat, dann hat er sich auch die Platte gekauft. Nichts anderes ist Napster. Das einzige, was mich nervt, ist Bootlegging, also wenn Leute Stücke von uns neu zusammenkoppeln und das als brandheißes Material verkaufen. Das ist Verarschung, da werde ich sauer - nicht bei Napster.
Tagesspiegel: Und wenn man bei Napster Ihr neues Album runterladen kann, bevor es im Handel ist?
Farin:Das würde mich ärgern, aber auf der anderen Seite: Wenn die Leute das hören und Scheiße finden, haben sie wenigstens Geld gespart. Und wenn sie es gut finden, werden sie sich trotzdem das Album kaufen. Ich glaube einfach nicht, dass jemand sagt: Ich habe die Musik jetzt auf meinem Computer, da muss ich mir die Platte nicht mehr holen. Und diese blöden Argumente, dass die Musiker kein Geld dafür kriegen ... Ich bin so unfassbar reich, ich weiß gar nicht, wohin mit dem ganzen Geld.
Tagesspiegel: Schön.
Farin: Blödsinn. Natürlich wüsste ich, was ich mit dem Geld machen würde. Ich würde es in die Luft werfen, auf meinen Kopf prasseln lassen und dann wie ein Maulwurf darin rumwühlen. Oder ist das verboten?
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